Tag Archive: open society

Falsifying bundles of political goods

[Democracy] has the role of enabling us to change our political regime by means of elections, rather than by violence. Tis seems to me of the greatest importance; but it is also miportant that we see how limited it is in its consequences. Some control will be exercised over politicians by such means, assuming that the wish to continue in office. But it is a very blunt weapon, considering the way in which we can exercise preferences only for bundles of political goods. Fur­ther, it is also ripe for manipulation – by politicians who find ways to bribe us with money taken from our own pockets, and by their advertising agents, who, as in the United States, have found was to present political issues on television through the use of images in ways which make rational discussion almost impossible. [121]

Education for a new liberty

Aber es bleibt wahr, daß die Art und Weise, in der entwickelte Gesellschaften die geschaftliche Arbeitsteilung organi­siert haben, eine Reihe von Fragen offen läßt, die eine auf Melioration bedachte Gesellschaft beantworten muß, wenn sie sich ihres Namens würdig erweisen will: Wie ist es möglich, Menschen auf die übrigen Tätigkeiten ihrens Lebens in einer Umgebung vorzubereiten, die absichtlich von diesen Tätigkeiten abgesondert ist? Welche Chancen gibt es für diejenigen, die nach einer Zeit der Berufstätigkeit erneut etwas lernen wollen, neue Dinge oder mehr über die Gegen­stände ihrer ursprünglichen Ausbildung? Welchen vernünftigen Sinn kann es haben, einerseits die Arbeit der Men­schen übermäßig zu determinieren und anderersiets ihre Freizeit bewußt undeterminiert zu lassen? … Welchen Sinn hat es, Menschen, die viele Erfahrungen gesammelt haben, gesund sind und arbeiten wollen, in Pension zu schicken? Diese Fragen sind nicht neu; auch läßt sich auf alle durchaus eine Antwort geben. Aber ich meine, daß wir, wenn wir unser Leben bessern wollen, begreifen müssen, daß Bildung mehr ist als die Vorbereitung auf künftige Pflichten, Arbeit mehr als eine unangenehme Last, derer man sich so schnell wie möglich entledigen muß, und Freizeit mehr als eine residuale Zeit, um den Garten zu pflegen, an den Motorrädern der Freunde zu basteln, Fußball zu spielen, Musik zu hören, aber auch sich zu langweilen, sich zu betrinken, das eigene Leben zu zerstören und das von anderen. Die Re­konstruktion des sozialen Lebens der Menschen muß die Versteinerungen einer verfehlten Arbeitsteilung überwinden. Sie zielt darauf ab, die Einheit des menschlichen Lebens wiederherzustellen, oder vielleicht zum ersten Mal überhaupt herzustellen, so daß soziale Lebenschancen einen kontinuierlichen Prozeß menschlicher Tätigkeit versprechen, der in vielfältigen Dimensionen und Weisen seinen Ausdruck findet. Der erste Schritt auf diesem Wege liegt in der Schleifung der Wälle zwischen Bildung, Arbeit und Freizeit. …

Die zentrale Aufgabe der Bildung liegt indes nicht darin, Ersatzteile für den Wirtschaftsprozeß zu produzieren, sondern menschliche Fähigkeiten zu entfalten, indem sie für vielfältige Wahlmöglichkeiten geöffnet und nicht auf angebliche Anforderungen hin getrimmt werden. Darum sollte die Erziehung junger Menschen weit und nicht eng, allgemein und nicht spezialisiert und vor allem nicht zu lang sein. [93-4]

A source of possible criticism

Rationality, for Popper, is to be identified with openness to criticism; and each individual is to be valued a s a source of possible criticism. Objectivity, rather than being regarded as the attribute of the particular, wise individual is regarded as a social product – a product of critical discussion. [111]

The problem of unintended consequences

Eine praktisch verwertbare sozialtechnologische Analyse muß die Beschaffenheit der Ausgangssituation für politisches Handeln, zum Beispiel für die ins Auge gefaßte Gesetzgebung berücksichtigen. Und sie muß dabei auch der Tatsache Rechnung tragen, daß eine solche Gesetzgebung nur bestimmte – meist sehr eng umschriebene – Bestandteile der in­stitutionellen Konstellation in einer Weise ändern kann, die voraussehbare Auswirkungen in der erwünschten Richtung hat. [27]

Politics as a social-technological problem

An die Stelle einer Begründung oder Rechtfertigung im klassischen Sinne tritt hier die komparative Analyse alternativer Vorschläge für die Lösung der betreffenden Probleme auf der Grundlage regulativer Ideen, das heißt: bestimmter Wert­gesichtspunkte, die der Entscheidung – das heißt: der Selektion der im Sinne dieser Ideen besten Lösung – zugrunde­gelegt werden können. Das ordnungspolitische Problem – die Frage nach der Beschaffenheit einer adäquaten Sozial­ordnung – läßt sich unter diesen Voraussetzungen in ein sozialtechnologisches Problem verwandeln, wobei die betref­fen­den Wertgesichtspunkte für diese Formulierung hpothethisch vorausgesetzt werden, wie das ja auch bei der Ana­lyse der Erkenntnispraxis geschehen kann. Es läßt sich nämlich formulieren als Frage anch der Möglichkeit einer sozi­alen Ordnung, die bestimmten Anforderungen genügt, wobei dieser Anforderungen in den Kriterien (Leistungsmerk­malen) zum Ausdruck kommen, an denen sich die vergleichende Untersuchung orientiert. Da es bei solchen Verglei­chen nicht um logische, sondern um reale Möglichkeitne geht, müssen die in Betracht kommenden Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt werden. Und da es im konkreten Fall um die jeweils historischen Möglichkeiten geht, das heißt um die Realisierbarkeit in einem bestimmten Raum-Zeit-Gebiet, müssen die in diesem Gebiet vorliegenden tatsächlichen Be­dingungen in die Analyse einbezogen werden.

Es ist selbstverständlich, daß auch die Anforderungen, die an eine adäquate Sozialordnung zu stellen sind, und die ihnen zugrundeliegenden Wertgesichtspunkte keineswegs der Diskussion zu entziehen sind. [24-5]

The invention of enemies

…modern totalitarianism appears to have imperialist tendencies. But this imperialism has no element of a tolerant uni­versalism, and the world-wide ambitions of the modern totalitarians are imposed upon them, as it were, against their will. Two factors are responsible for this. The first is the general tendency of all tyrannies to justify their existence by saving the state (or the people) from its enemies—a tendency which must lead, whenever the old enemies have been successfully subdued, to the creation or invention of new ones. [ch. 10, 199]

The precondition for coexistence in dignity and peace

The age of totalitarian ideologies in Europe is drawing to a close. The belief in the historic mission of one race or class has proved to be the most devastating fallacy of this century: millions of innocent people fell victim to its sway. Karl Popper ceaselessly fought this fallacy. He is among the most significant champions of the open society; his arguments contradicting his enemies retain their validity and power of conviction.

His strongest weapons are utmost intellectual clarity and integrity. The conviction of the basic fallibility of human insight is expressed not least in his great personal modesty: mankind must never give up the quest for truth, but must beware the illusion of ever being able to possess the truth.

A commitment to such convictions requires courage – the inner strength to swim against the tide and resists the “Zeitgeist”. The triumph of freedom and democracy in Europe demonstrates that Karl Popper was right. His message for the future is that we must remain alert; critical rationality is the precondition for the coexistence of people and nations in dignity and peace.

On piecemeal reform vs revolution

And it is a fact that my social theory (which favours gradual and piecemeal reform, reform controlled by a critical com­parison between expected and achieved results) contrasts with my theory of method, which happens to be a theory of scientific and intellectual revolutions. [68]

The continuing relevance of the Open Society

Vielleicht ist an diesen wenigen und sehr verkürzten wie pointierten Beispielen etwas deutlich geworden, dass Karl Popper in seiner Offenen Gesellschaft zeitlose Vorschläge für politische Reformen in Demokratien gemacht hat, die weiterhin große Aktualität haben. Die endgültige Zähmung der dunklen ökonomischen Dämonen, die Marx durch eine „soziale Revolution“ erreichen zu können glaubte, ist nach Popper nur in einer Demokratie möglich. Doch zur Erlan­gung dieser Erkenntnis müssen wir nach seiner Meinung einsehen, „dass die Kontrolle der physischen Macht und der physischen Ausbeutung das zentrale politische Problem ist und bleibt“. [258-9]

What democratic institutions may be expected to do

Seen in this light, the theory of democracy is not based upon the principle that the majority should rule; rather, the various equalitarian methods of democratic control, such as general elections and representative government, are to be considered as no more than well-tried and, in the presence of a widespread traditional distrust of tyranny, reason­ably effective institutional safeguards against tyranny, always open to improvement, and even providing methods for their own improvement.

He who accepts the principle of democracy in this sense is therefore not bound to look upon the result of a democratic vote as an authoritative expression of what is right. Although he will accept a decision of the majority, for the sake of making the democratic institutions work, he will feel free to combat it by democratic means, and to work for its revision. …

Institutions are like fortresses. They must we well designed and manned.

This distinction between the personal and the institutional element in a social situation is a point which is often missed by the critics of democracy. Most of them are dissatisfied with democratic institutions because they find that these do not necessarily prevent a state or a policy from falling short of some moral standards or of some political demands which may be urgent as well as admirable. But these critics misdirect their attacks; they do not understand what democratic institutions may be expected to do, and what the alternative to democratic institutions would be. Democracy (using this label in the sense suggested above) provides the institutional framework for the reform of polit­ical institutions. It makes possible the reform of institutions without using violence, and thereby the use of reason in the designing of new insti­tutions and the adjusting of old ones. It cannot provide reason. The question of the intellectual and moral standard of its citizens is to a large degree a personal problem. (The idea that this problem can be tackled, in turn, by an institutional eugenic and educational control is, I believe, mistaken; some reasons for my belief will be given below.) It is quite wrong to blame democracy for the political shortcomings of a democratic state. We should rather blame ourselves, that is to say, the citizens of the democratic state. In a non-democratic state, the only way to achieve reasonable reforms is by the violent overthrow of the government, and the introduction of a democratic framework. Those who criticize demo­cracy on any ‘moral’ grounds fail to distinguish between personal and institutional problems. It rests with us to improve matters. The democratic institutions cannot improve themselves. The problem of improving them is always a problem for persons rather than for institutions. But if we want improvements, we must make clear which institutions we want to improve. [ch. 7, 137-9]

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